Gasius Worx

Die Knoblauchsrauke und der Aurorafalter – eine Liebesgeschichte

Auf dem Gaswerksareal leben viele verschiedene Tiere und Pflanzen, die wir in einer lockeren Reihe hier vorstellen. Heute geht es um den hübschen Aurorafalter und eine seiner wichtigen Wirtspflanzen, der Knoblauchsrauke.

Die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) hat ihren Namen erhalten, weil ihre Blätter beim Zerreiben nach Knoblauch duften. Sie ist an halbschattigen und schattigen Plätzen weit verbreitet, man findet sie zum Beispiel im Siebentischwald und entlang der Ackermannstraße. Ab Mitte April fängt sie an, mit vier weißen Blütenblättern zu blühen und bietet Nektar für viele Bienen, Fliegen, Schwebfliegen und Käfer. Für die Raupen des hübschen Auroafalters ist sie eine wichtige Futterpflanze. Die zweijährige Knoblauchrauke ist essbar. Es gibt keine ähnlichen giftigen Pflanzen, so dass keine Verwechslungsgefahr besteht. Man kann die ganze Pflanze essen: die Blätter und Triebe zum Beispiel im Salat, Kräuterquark oder Smoothie, die Blüten ebenfalls im Salat, die unreifen, grünen Samenhülsen als scharfes Gewürz und aus den reifen, schwarzen Samen kann man wie aus Senfkörnern eine würzige Paste herstellen. Selbst die Wurzel kann man fein gerieben essen. Die Blätter schmecken leicht pfeffrig nach Knoblauch bis zur Blüte, danach werden sie bitter. Durch Trocknen oder Erhitzen verlieren sie ihr Aroma, deswegen am besten ganz frisch essen. Die Knoblauchsrauke wirkt blutreinigend, harntreibend, schleimlösend und steckt als Wildkraut voller Vitamine.

Information

Viele Bäume gehen mit sogenannten Mykorrhipilzen (unterirdisch wachsenden Pilzen) eine Lebensgemeinschaft (Symbiose) ein. Diese wird durch chemische Stoffe, die die Knoblauchsrauke absondert, gehemmt. So kann die Knoblauchsrauke in großen Mengen unter Bäumen zu Schäden an den Bäumen führen.

Der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) ist ein Tagfalter und gehört zur Familie der Weißlinge. Die Männchen sind sehr gut an den zur Hälfte orange gefärbten Vorderflügeln zu erkennen. Die Weibchen haben grau-schwarze Spitzen und einen schwarzen Punkt an den Vorderflügeln. Der Aurorafalter lässt sich bei uns recht häufig beobachten, am besten auf halbschattigen Standorten und feuchten Wiesen. Im Mai legt das Weibchen ein Ei an den Blütenstiel der Futterpflanze ab, zum Beispiel an der Knoblauchsrauke oder am Wiesenschaumkraut. Nach wenigen Tagen schlüpfen aus den Eiern die Raupen, die vor allem die Blüten und die Schoten (also die Hülle von den Pflanzensamen) fressen. Man kann die Raupen nur schwer entdecken, weil sie perfekt getarnt sind. Nach ungefähr fünf Wochen hat die Raupe genug gefressen und verpuppt sich am unteren Ende des Stängels. Deswegen sollten Knoblauchraukengebiete an Waldrändern lieber nicht gemäht werden. Die Puppe überwintert in diesem Zustand und nach 10 Monaten schlüpft der Aurorafalter, sobald es warm wird. Man kann ihn schon ab März flattern sehen.

Information

Seinen schönen Namen verdankt der Aurorafalter den orangenen Färbungen der Flügel nach der römischen Göttin der Morgenröte, Aurora.