Gasius Worx

Holunder

Hilft Holunder gegen Hexen?

Seit zwei Wochen duftet es auf dem Gaswerksgelände frisch und fruchtig nach Holunder und überall tauchen weiße Rispenblüten an kleinen oder größeren Sträuchern auf.

Der Holunder, bei uns auch Holder oder Holler genannt, ist den meisten Menschen wohl durch die leckeren Hollerküchle, den Sirup (aus Blüten) oder Saft (aus Beeren) bekannt.
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist ein robuster, anspruchsloser und weit verbreiteter Strauch oder Baum aus der Familie der Geißblattgewächse. Verwendet werden können die Blüten und Früchte. Achtung, die Früchte sind für Menschen ungenießbar und können Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Deswegen müssen die Früchte erhitzt werden. Holunder wirkt schweißtreibend bei fieberhaften Erkrankungen und stärkt das Immunsystem. Warmer Holundersaft mit Honig soll helfen, eine aufziehende Erkältung niederzuschlagen. Es gibt noch viele andere Verwendungsmöglichkeiten für die Heilwirkung des Holunders.
Holunderbeeren enthalten einen violetten Farbstoff, der früher zum Färben von Haaren, Leder oder Rotwein benutzt wurde. Auch heute wird der Farbstoff noch zum Einfärben bei Lebensmitteln benutzt. Wenn man schon mal mit den Beeren gearbeitet hat, weiß man auch, dass die Obstflecken nicht mehr aus Kleidung zu entfernen sind.
Die Tierwelt profitiert ebenfalls vom Holunder: Über 60 Vogelarten, wie beispielsweise der Grauschnäpper oder die Mönchsgrasmücke, fressen die Beeren und tragen durch die Ausscheidung der Samen zur Verbreitung des Holunders bei. Bienen fliegen den Holunder zwar kaum an, da er keinen Nektar und nur mäßig Pollen produziert, dafür aber zahlreiche Schmetterlinge und Schwebfliegen. Die Raupen des Holunderspanners, einem Nachtfalter, haben die Blätter des Holunders sogar zum Fressen lieb.

In der Umweltbildung nutzen wir den Holunder ebenfalls gerne. Sein weiches Mark lässt sich nämlich leicht entfernen und so kann man zum Beispiel kleine Stücke von Holunderästen zu einer Kette auffädeln oder eine Flöte schnitzen.

Information

Der Hollerstrauch im Hausgarten galt im Volksglauben als Lebensbaum, der gegen Hexen, schwarze Magie, Feuer, Blitzschlag, Schlangenbisse und Mückenstiche helfen sollte. Man stellte auch keine Möbel aus Holunder her, da man glaubte, dass Hexen sich in Holunderzweige verwandeln könnten. Die Heilige Jungfrau Maria soll an Holunderzweigen die Windeln Jesu getrocknet und sich bei einem Gewitter unter einen Holunder geflüchtet haben, weswegen Blitze nie in Holler einschlagen würden. Auch heute noch setzt man im Garten seinen Kompost gerne neben Holunder.

Und hilft nun der Holunder gegen Hexen? Wir haben auf jeden Fall noch nirgends eine Hexe gesehen, wo ein Holler wächst ;-).

Warnhinweis!

Bitte informieren Sie sich sorgfältig, bevor Sie aus Holunder etwas zubereiten. Es besteht Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Zwergholunder.